Bahnhofszentrum Bruneck

Bruneck
Foto © G. Liebminger
Foto © G. Liebminger
Architetti
Architekt Norbert Müller
Sede
Bruneck
Anno
2000

Bruneck als traditioneller, geschichtlicher Ort einer Ost-West orientierten Verkehrsader am Ende / Anfang des Pustertales gelegen, soll parallel zur Neugestaltung des Verkehrssystems der ganzen Region, zum aufgewerteten Zentrum und Knotenpunkt dieser Überlegungen werden und den gesetzten Zielen - Arbeiten, Freizeit, Fremdenverkehr, Mobilität im Zusammenspiel mit der Stadt Rechnung tragen.

Dem gesamtheitlichen Charakter der Aufgabenstellung und der speziellen Vorgabe durch die Funktion der Bauanlage wird mit einer signifikanten Großform entsprochen.

Diese entwickelt sich am ausgewiesenen Wettbewerbsareal - zwischen südlich der St. Lorenzostraße und dem Fluß Rienza im Norden entlang des vorgegebenen Schienenkörpers von West nach Ost und bezieht auch den tieferliegenden Teil (Geländekante Marktfläche, Busse) in Richtung Stegen mit ein.

Geprägt von diesen Längsrichtungen wird ein 3-dimensionaler, gegliederter "Strang" mit angedockten Zusatznutzungen zum städtebauliche relevanten Hauptteil des Entwurfs, der über eine durchdringende, normal dazu laufende Achse (Zentrum, Halle, Passage) mit dem Kern des Orts - Marconistraße und der Vorstadt Stegen (neue Brücke) verbunden ist.

Daraus ergibt sich eine klare Gliederung und horizontale Schichtung der Funktionen:
- Baumassen konzentriert entlang des "Strangs" angesetzt, entsprechend ihrer Beziehungen untereinander.
- Dahinter die Gleisanlagen laut ihrer Nutzung: Personenzug - Autoreisezug - Güterzug, wobei letztere Richtung Stegen gelegt wurden (Trennung der Abläufe, Lärmentwicklung).
-Dem folgt zum Schluß das Areal des zukünftigen Güterbahnhofs - "Manipulationsplatte" und der tiefer gelegene Parkierungsbereich der Busse.
Wesentlich für diesen Aufbau ist auch die vorgeschlagene Verkehrsführung, die, über den Einschnitt am Kasernenareal, sich ringartig über St. Lorenzostraße, westliche Verlängerung Europastraße und Marconistraße in beide Fahrtrichtungen organisiert. Damit wird kein Verkehr und Lärm in den Ortskern geführt (Entlastung). Über den Gleiskörper unterlaufende Rampen werden die Funktionsbereiche kreuzungsfrei erschlossen.

Der Baukörper als "Strang" organisiert sich horizontal und ist im Zentrum - Achse Marconistraße - mit den Funktionen: Ankommen - Halle, Einfahrt - Tiefgarage, Konsumation - Bar, Restaurant vertikal akzentuiert.

Nach Westen sind Geschäfte und Büros angesetzt; der Busservicebereich bildet den Endpunkt. Im Osten wird als Abschluß der Wohnbau vorgeschlagen. Dieser ist durch den Zwischenbereich Fahrradaufstellung vom Bahnhof abgerückt und zusätzlich ein Geschoß angehoben (Parkierung). Seine Orientierung, Stellung und Ausformung richtet sich vom Gleiskörper weg, hin zum Stadtkern und der Landschaft - Aussicht, Lärmschutz.

Das Dach der Garage ist als grüne Kommunikationszone zu sehen und bildet mit dem umgebauten Wohnblock das Ende des "Strangs".

Den Funktionsschichtungen entspricht die Ausformung des Baukörpers, Gliederung und teilweise Transparenz, Durchblicke vor allem zum Gleiskörper werden bewußt eingesetzt.

Formale "Lesbarkeit" und logische Zusammenhänge von Funktionen und Erschließungen im Inneren, als auch die Anknüpfung an die vorhandenen Wegestrukturen der Stadt im Außenbereich sollen die Wechselbeziehung von Großform und Ort darstellen. (Nutzung Tiefgarage über Bahnhofsbereich hinaus). Konstruktiv entspricht der "Strang" und seine Nebenelemente dem Wunsch nach Realisierung in Bauetappen. Die Tragstrukturen werden in kombinierter Ortbeton bzw. Fertigteilbauweise vorgeschlagen, für auskragende Bauteile und Zugglieder Stahlkonstruktionen.

Schoten und Rahmenglieder bilden die Grundlage für rasche und kostengünstige Bau-/ Montageabläufe und flexible Gebäudenutzungen.

Zeitgemäße Metall/Glasfassaden in Kombination mit wärmespeichernden, massiven Baugliedern in Ergänzung mit Photovoltaik und Kollektorflächen sollen der Ökologie und Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Betrieb Rechnung tragen. (Energiesparende Gebäudestruktur).

Die Form als Ganzes ist schlußendlich als funktionierende Maschine zu sehen, der "Zug" vor den Zügen, und soll mit ihrem charakteristischen Erscheinungsbild wesentlich zum neuen Image des Orts am Beginn des 21. Jahrhunderts beitragen.

Link zum Projekt: http://www.archmueller.at/nm_brunneck.html

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